Bundesweiter Bildungsstreik hat begonnen
Gestern begann die bundesweit ausgerufene Streikwoche. Unzählige Schüler und Studenten sind seit dem 15.06 in den Bildungsstreik getreten und kämpfen unter anderem gegen das G8-Schulsystem und den Studienabschluss Bachelor.
Im Rahmen des Bildungsstreiks, der in vielen Städten Deutschlands vom 15.06 bis zum 19.06 stattfindet, sollen dann u.a. Banken und Hörsäle besetzt werden, um für ein besseres Bildungssystem zu demonstrieren. Der Höhepunkt der Aktionswoche wird dann am Mittwoch statt finden, wenn in mehr als 60 Städten die großen Demonstrationen des Bildungsstreiks 2009 veranstaltet werden. (Eine Liste mit allen Demos findet man hier: Demonstrationen am 17. Juni)
Hier in Stuttgart hat der Bildungsstreik noch durch ein aktuelles, lokales Thema besondere Brisanz erhalten, nachdem Wolfgang Ressel, der Direktor der Uni vor knapp zwei Wochen angekündigt hat, die Uni dahingehend reformieren zu wollen, dass das naturwissenschaftliche Profil der Uni gestärkt werden soll. Die würde aber vor allem bei den Geisteswissenschaften Harte Einschnitte und Kürzungen mit sich bringen. Sogar im Bereich der Betriebswirtschaft sollen fünf Professuren umgewidmet werden, insgesamt wären 25 geisteswissenschaftliche Professuren betroffen. (Anm.: zu diesem Thema findet am Dienstag Abend, den 16. Juni um 18 Uhr, eine Podiumsdiskussion mit Rektor Ressel statt)
Für was demonstrieren die Schüler und Studenten?
Forderungen der Studenten:
Soziale Öffnung der HochschulenAbschaffung von Bachelor/Master in der derzeitigen Form
- den Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch den Ausbau von Studienplätzen!
- die Abschaffung von Studiengebühren und die gesetzlich verankerte Gebührenfreiheit von Bildung!
- die finanzielle Unabhängigkeit der Studierenden – ohne Kredite!
- die Abschaffung jeglicher Diskriminierung, auch in ihrer institutionalisierten Form gegenüber ausländischen Studierenden!
Demokratisierung des Bildungssystems
- die Abkehr vom Bachelor als Regelabschluss!
- das Ende von Verschulung, Regelstudienzeit und Dauerüberprüfung!
- die Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzung im Studium!
- die tatsächliche Umsetzung der Mobilität zwischen den Hochschulen!
Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen
- den Abbau von wirtschaftlichen Zwängen im Bildungsbereich!
- die Mitbestimmung aller Beteiligten im Bildungssystem, u.a. durch Viertelparität in den Hochschulgremien!
- die Einführung verfasster Studierendenschaften mit politischem Mandat in allen Bundesländern!
- die Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte!
- die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Bildungsbereich!
- die Aufstockung des Lehrpersonals auf ein pädagogisch tragbares Niveau! Dazu sind in den nächsten drei Jahren mindestens 8.000 Professuren, 4.000 Mittelbaustellen und 10.000 Tutor_innenstellen neu zu schaffen!
- die Förderung aller Studierenden statt einseitiger Elitenbildung!
- die Einheit von Forschung und Lehre statt der Exzellenzinitiative!
Forderungen der Schüler:
Mehr Infos gibt es beim Aktionsbündnis Bildungsstreik 2009
- Eine Schule für Alle – Weg mit dem mehrgliedrigen Schulsystem
- Kostenlose Bildung für Alle
- Mehr Lehrer_innen, kleinere Klassen
- Beendet den Einfluss der Wirtschaft auf die Schulen!
- Gegen Schulzeitverkürzung! Wie dem G8-Abitur!
- Schluss mit Repressionen gegen Schüler und Schülerinnen
- Für eine Demokratisierung des Bildungssystems!




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