Philosophische Fakultät der Universität Bonn entzieht Georgios Chatzimarkakis den Doktortitel

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Die Philosophische Fakultät der Universität Bonn hat dem FDP-Politiker Georgios "Jorgo" Chatzimarkakis am vergangenen Mittwoch seinen Doktortitel entzogen. Die im Jahr 2000 eingereichte Dissertation "Informationeller Globalismus. Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des Elektronischen Geschäftsverkehrs", geriet Anfang Mai in den Fokus der Plagiats-Plattform VroniPlag, woraufhin sich Chatzimarkakis selbst bei der Universität meldete und um eine Prüfung seiner Doktorarbeit gebeten hatte.

Screenshot Vroniplag Barcode Darstellung Plagiate Dissertation Chatzimarkakis

Laut VroniPlag Wiki finden sich auf 71,58 Prozent der Seiten Plagiate. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam nun die Promotionskommission, die in ihrere Untersuchung anmahnte, dass "mehr als die Hälfte des Textes der Chatzimarkakis-Dissertation aus fremden Federn stammt". So fanden sich laut offizieller Mitteilung der Universität Bonn , "in zahlreichen Fällen aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten entlehnte Passagen, die nicht als wörtliche Übernahmen gekennzeichnet waren." Der Abgeordnete des Europaparlamentes hatte sehr häufig Texte anderer Autoren in seine Doktorarbeit übernommen, ohne deren Anfang und Ende als Teil eines wörtlichen Zitates zu kennzeichnen. Die einzelnen Belegstellen wurden nur am Ende der Passagen durch eine Fußnote kenntlich gemacht; diese Praxis verletzt jedoch die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens. Der Dekan der Philosophischen Fakultät, Professor Dr. Günther Schulz, sagte hierzu auf der Website der Universität Bonn:
„Eine solche Praxis vermittelt den Eindruck, dass hier Herr Chatzimarkakis spricht, während in Wirklichkeit Texte anderer Autoren reproduziert werden.“

In der Zwischenzeit hat Chatzimarkakis angekündigt, dass er einen neuen Versuch starten und eine zweite Dissertation angehen will. Kann man nur hoffen, dass er sich in der Zwischenzeit mit den Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens vertraut macht.

Interessante Links zur Plagiatsaffäre Georgios Chatzimarkakis:

Niedersachsens Kultusminister Althusmann unter Plagiatsverdacht

| Kategorie: Hochschul-News

Der Skandal um abgekupferte Dissertationen hochrangiger Politiker will kein Ende nehmen. Jetzt steht auch noch Niedersachsens Kultusminister, Bernd Althusmann von der CDU, im Verdacht, bei seiner Doktorarbeit betrogen zu haben. Pikanterweise ist Althusmann in diesem Jahr auch noch Vorsitzender der Kultusministerkonferenz (KMK).

Althusmann, der zuvor Pädagogik an der Universität der Bundeswehr in Hamburg sowie anschließend Betriebswirtschaft an der Süddeutschen Hochschule für Berufstätige in Lahr studiert hatte, wurde im Jahr 2007 als externer Doktorand an der Universität Potsdam zum Dr. rer. pol. promoviert. In seiner Arbeit mit dem Titel "Prozessorganisation und Prozesskoordination in der öffentlichen Verwaltung", soll er laut der Wochenzeitung Die Zeit "beim Abfassen seiner Doktorarbeit seine Sorgfaltspflicht verletzt und im großen Stil gegen wissenschaftliche Regeln verstoßen" haben.

Wie der Spiegel nun heute berichtet, hat Althusmann aber so schlampig gearbeitet, dass er sogar seinen Doktorvater an mehreren Stellen falsch zitiert. So finden sich in der Dissertation Aussagen, die er seinem Promotionsbetreuer Dieter Wagner, aktueller Vize-Präsident der Universität Potsdam, zuschreibt, obwohl diese Aussagen in den zitierten Werken nicht zu finden bzw. an den angegebenen Stellen nicht nachweisbar sind.

Quellen und Meinungen im Netz zum Fall Bernd Althusmann

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Plagiatsfall Matthias Pröfrock: Universität Tübingen entzieht Doktortitel

| Kategorie: Hochschul-News

Gute drei Monate nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe gegen den CDU-Abgeordneten des baden-württembergischen Landtags, Matthias Pröfrock, hat die Universität Tübingen ihm nun den Doktortitel offiziell entzogen.

Pröfrock, der erst im März bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg direkt in den Landtag als Abgeordeter des Wahlkreis 15 Waiblingen gewählt wurde, hatte seine Disseration zum Thema Energieversorgungssicherheit im Recht der Europäischen Union an der juristischen Fakultät der Universität Tübingen geschrieben.

Als Konsequenz aus dem Fall Matthias Pröfrock will die juristische Fakultät der Universität Tübingen in Zukunft Doktorarbeiten zukünftig immer auch in elektronischer Form. Dies soll die Überprüfung der Arbeit nach auffälligen Stellen erleichtern.

Meinungen im Netz

Neuer Master-Studiengang an der Ruhr-Universität Bochum: Molecular Sciences und Simulation

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Die Ruhr-Universität Bochum startet zum Wintersemester 2011/2012 den neuen Master-Studiengang Molecular Sciences und Simulation. Der Studiengang soll auch als Aushängeschild für die Ruhr-Universität dienen, v.a. im Hinblick auf die dritte Runde der Exzellenzinitiative.

Im Rahmen des Studiengangs Molecular Sciences und Simulation sollen ausgewählte Studenten an ein zukunftsorientiertes Forschungsfeld herangeführt werden. Molecular Sciences und Simulation bildet eine Schnittstelle zwischen Physik und Chemie und verbindet physikalische Techniken mit chemischen Fragestellungen. Dazu kommt, wie schon der Name des Studienganges vermuten lässt, ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt, nämlich die Computersimulation. Durch Simulationen werden viele reale Versuche überflüssig, das wiederum spart Zeit und Kosten – beispielsweise bei der Medikamentenentwicklung.

Zur Pflicht im Rahmen des Masterstudiengangs Molecular Sciences und Simulation gehört auch ein Forschungsaufenthalt im Ausland. Durch Kooperationsverträge mit internationalen Spitzen-Universitäten kann man auf Austauschprogramme mit den Top-Unis Yale und Berkeley in den USA oder Cambridge in England zurückgreifen. Besonderes Schmakerl: das Studium an den Partner-Universitäten der Ruhr-Universität ist durch Kooperationsverträge gebührenfrei.

Neuer Bachelor-Studiengang Hebammenkunde in Kombination mit der Berufsausbildung zur Hebamme

| Kategorie: Studiengänge

Bislang war es in Deutschland nur möglich, Hebammenkunde als Aufbaustudium im Anschluss an eine entsprechende Berufsausbildung zur Hebamme zu studieren. In Paderborn bietet nun der St. Johannisstift in Kooperation mit der Hochschule für Gesundheit Bochum die Möglichkeit an, gleichzeitig den Bachelorstudiengang Hebammenkunde und die Berufsausbildung zur Hebamme zu absolvieren.

Im St. Johannisstift in Paderborn kann das im theoretischen Unterricht an der Hochschule erlernte direkt in die Praxis umgesetzt werden. Nach dem sechsten Semester schließen die Studierenden ihre Ausbildung zur Hebamme ab, nach dem achten Semester erhalten Sie den Abschluss "Bachelor of Science".

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