10 Dinge die man zum Thema Kurzarbeit wissen sollte

10 Dinge die man zum Thema Kurzarbeit wissen sollte

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Der Deutsche Gesetzgeber hat mit dem Kurzarbeitergeld ein gutes Hilfsmittel für Unternehmen geschaffen, damit diese auch in konjunkturschwachen Zeiten ihre Angestellten nicht gleich auf die Straße setzen müssen. Das Thema Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld wirft allerdings einige Fragen auf, zu denen wir hier Antwort geben möchten.



1. Wer entscheidet über die Einführung von Kurzarbeit?

Grundsätzlich ist die Einführung von Kurzarbeit mitbestimmungspflichtig, d.h. im Klartext, der Betriebsrat muss einverstanden sein. In Betrieben in denen kein Betriebsrat existiert, müssen die betroffenen Mitarbeiter dieser Maßnahme vorher zustimmen.

2. Kurzarbeitergeld – Was ist das überhaupt?

Das Kurzarbeitergeld ist eine Leistung der Bundesagentur für Arbeit. Die Regelungen dazu finden sich im III. Sozialgesetzbuch. Es dient dazu, dass bei vorübergehendem Ausfall von Arbeit, die Arbeitnehmer weiter beschäftigt werden können. Die Bundesagentur übernimmt dann einen Teil des Gehaltes.

3. Wie viel Kurzarbeitergeld bekomme ich?

Diese Frage wird sicherlich die interessanteste für die meisten sein. Bei der Berechnung des Kurzarbeitergeldes muss man aber etwas differenzieren, da für die Festlegung zwei Bemessungsgrundlagen existieren:

1. Arbeitnehmer ohne Kind, für das eine Berechtigung für Kindergeld vorliegt:
– Sie erhalten 60% ihres Nettogehaltes

2. Arbeitnehmer mit Kind, für das eine Kindergeldberechtigung vorliegt:
– Sie erhalten 67% ihres Nettogehaltes

Dazu kommt, was aber vom Tarifvertrag bzw. der Betriebsvereinbarung abhängig ist, eine Aufstockung durch den Arbeitgeber. Dadurch kann sich der Nettoeinkommensverlust deutlich reduzieren. Informationen ob solche eine Aufstockung durch das Unternehmen erfolgt, erhalten sie entweder beim Betriebsrat oder bei der Lohnbuchhaltung (siehe dazu auch: Frage 10).

4. Welche Voraussetzungen existieren für die Zahlung

Ein Anspruch auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld besteht dann, wenn mehr als ein Drittel der Belegschaft eines Unternehmens einen Entgeltausfall von mindestens 10% hinnehmen muss und der Ausfall von Arbeit, der diese Entgelteinbußen bewirkt, unvermeidbar und nur vorrübergehender Natur ist. D.h. der Arbeitsausfall muss auf gesetzlich anerkannten Ursachen beruhen, wie z.B gesamtwirtschaftlichen Einbrüchen.

5. Wie lange erhält man das Kurzarbeitergeld?

Die Höchstbezugsdauer beträgt 24 Monate. Dies gilt allerdings nur für Arbeitnehmer, deren Kurzarbeitergeldanspruch vor dem 31. Dezmber 2009 enstanden ist oder noch entsteht.

6. Was ist mit den Sozialversicherungsbeiträgen?

Die Bundesagentur erstattet bis zu 50 Prozent der Beiträge. Werden die Mitareiter während der Kurzarbeit betrieblich weitergebildet, beteiligt sich die BA auch an den Weiterbildungskosten und erstattet auf Antrag des Arbeitgebers die Sozialversicherungsbeiträge zu 100%. –> Lesen Sie zum Thema Weiterbildung auch den nächsten Punkt

7. Werden Weiterbildungsmaßnahmen gefördert?

Ja! Die BA übernimmt zwischen 25 und 80% der übernahmefähigen Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen während der Kurzarbeit. Wieviel genau, dass hängt davon ab, um was für eine Maßnahme es sich handelt, wie groß der betroffene Betrieb ist und natürlich vom Arbeitnehmer selbst. Lesen Sie dazu auch unsere 5 besten Gründe, warum man sich in der Wirtschaftskrise privat weiterbilden sollte.

8. Was passiert, wenn ich nach der Kurzarbeit doch arbeitslos werde?

Keine Angst, hier entstehen ihnen insofern keine finanziellen Nachteile, als dass sich das Arbeitslosengeld nach der Höhe ihres Gehaltes VOR der Kurzarbeit orientiert, also dem Betrag, den Sie ohne die Einführung der verkürzten Arbeitszeit bekommen hätten.

9. Was ist mit Auszubildenden – gilt das Kurzarbeitergesetz auch für Azubis?

Nein, das Gesetz gilt nicht für Azubis! Schlicht und ergreifend aus dem Grund, weil ein Ausbildungsvertrag kein Arbeitsvertrag ist. Aber auch hier gilt: keine Panik, denn als Auszubildender ist man trotzdem geschützt. Im Vertrag hat sich nämlich der Betrieb dazu verpflichtet, die Ausbildung durchzuführen. Und nach dem entsprechenden Berufsausbildungsgesetz muss der Arbeitgeber das auch weiterhin tun, selbst wenn sich die Arbeitsbedingungen ändern sollten.

10. Kann ich durch entsprechende Tarifregelungen mehr Geld bekommen?

Wie schon weiter oben bei Frage 3 erwähnt, kann es in ihrem Tarifvertrag Regelungen geben, nach denen sich der Arbeitgeber dazu verpflichtet, Kurzarbeitergeld aufzustocken. Prüfen Sie also nach, ob es eine solche Regelung in ihrem Betrieb gibt.

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